Zufall dank Technologie – Wie funktionieren Zufallszahlengenerator und Wettquoten?

Eine Person mit einem Headset zockt an einem PC
Insbesondere in der Gamingbranche sind Zufallszahlengeneratoren sehr weit verbreitet. Bildquelle: Fredrick Tendong / Unsplash

Der Zufall ist in der Gaming- und Glücksspielindustrie ein wichtiger Teil des Geschäftsmodells. So ist die Konzipierung von Wettquoten im Sportwettensegment ein elementarer Bestandteil des Umsatzgenerierung. In Videospielen wirkt dagegen in vielen Bereichen der Zufallszahlengenerator – auch Random Number Generator (RNG) genannt.

 

Wettquoten bei Sportwetten

Der Markt der Sportwetten hat inzwischen ein breites Publikum erreicht und lockt mit attraktiven Quoten viele Sportfans weltweit. Attraktive Wettquoten sind für die Wettgemeinde dabei besonders wichtig. Allerdings weiß kaum jemand, wie diese überhaupt zustande kommen bzw. berechnet werden. Zwar spielt die Mathematik dabei die größte Rolle, der Zufall entscheidet jedoch über Sieg und Niederlage. Aus diesem Grund gehen die mathematische Berechnung und eben jener Zufall Hand in Hand bei Wettquoten.

Das Konzept hinter den Sportwetten scheint aufzugehen. In den vergangenen Jahren hat sich gerade der Online-Markt rasant entwickelt. Zig Buchmacher locken mit attraktiven Quoten im Netz. Zumindest erwecken die Zahlen den Anschein. In der Praxis sollte man jedoch bedenken, dass das digitale Wettbüro auf lange Sicht selbst Gewinne erzielen möchten. Wie attraktiv die Quoten letztlich sind, lässt sich über sogenannte Wett- oder Systemrechner herausfinden. Das kostenlose Tool simuliert den persönlichen Tippschein und zeigt noch vor der eigentlichen Platzierung, wie sich Quoten, Einsatz und möglicher Gewinn zusammensetzen.

 

Drei-Weg-Wette als Beispiel

Um die Quoten bei einer Sportwette besser einschätzen zu können, ist es ratsam, sich mit ihrem Aufbau näher zu beschäftigen. Als anschauliches Beispiel eignet sich idealerweise die sogenannte Drei-Weg-Wette. Sie wird in Deutschland mit Abstand am häufigsten gespielt, da sie einfach zu verstehen ist und Spieler ihre Chancen gut einschätzen können.

Der Zufall spielt genau wie bei jeder anderen Wetten auch bei der Drei-Weg-Wette eine wichtige Rolle. Schließlich weiß niemand im Vorfeld, was das jeweilige Sportereignis bieten wird. Entsprechend ist die Ermittlung der Wettquoten nicht außer Acht zu lassen.

Sieg für Mannschaft A, Sieg für Mannschaft B oder Unentschieden – auf diese drei Möglichkeiten können Spieler wetten. Die Berechnung dieser Wahrscheinlichkeiten ist nicht zwingend mathematischer Natur, sondern basiert nicht selten auf den sportlichen Verhältnissen. Seitens der Buchmacher sind also sowohl Fachwissen als auch Fingerspitzengefühl gefragt.

Als Rechenbeispiel lassen wir den FC Bayern München gegen die SpVgg Greuther Fürth antreten. Bayern ist haushoher Favorit, Fürth krasser Außenseiter. Hinzu kommt die Tatsache, dass das Team aus der bayrischen Hauptstadt enorm heimstark ist. Ein Sieg wird entsprechend mit einer Wahrscheinlichkeit von 80 Prozent beziffert. Die Chance auf ein Remis wird von den Buchmachern auf 15 Prozent eingeschätzt. Ein Sieg der Fürther liegt bei fünf Prozent.

Wurden die Wahrscheinlichkeiten ausgearbeitet, folgt die Umwandlung in eine Wettquote. Eine faire Wettquote obliegt der mathematischen Formel 100/Wahrscheinlich für Ereignis X. Bedeutet für das Rechenbeispiel:

  • Sieg Bayern: 100/80 = 1,25
  • Remis: 100/15 = 6,66
  • Sieg Bremen: 100/5 = 20

 

Zufallsgeneratoren – Was ist das überhaupt?

Wettquoten basieren auf Wahrscheinlichkeiten und Mathematik. Der Zufall spielt letztlich im Ausgang eines Sportereignisses die tragende Rolle. Anders sieht das bei den Zufallsgeneratoren aus. Sie sind eine gängige Mechanik in den verschiedensten Spielen. Grundsätzlich handelt es sich dabei um ein System, das sowohl für die Entwickler als auch für die Spielergemeinde völlig unvorhersehbar ist. Ein passender Vergleich ist ein Wurf mit Würfeln. Sobald die Zufallszahlengeneratoren aktiviert werden, würfelt das Spiel sinnbildlich mit einem Würfel und kreiert so ein zufälliges und spontanes Ereignis. Grundsätzlich lässt sich die RNG-Mechanik also als Zufallsfaktor beschreiben.

 

Anwendungsbereich der RNG-Mechanik

Das RNG-System wird in ganz verschiedenen Bereichen verwendet. So basieren Brettspiele wie Schlangen & Leitern oder auch Rollenspiele (RPGs) wie Dungeons & Dragons komplett auf dem Zufallsfaktor. Einer der größten Nutzer sind jedoch Casinos. Jedes Glücksspiel basiert auf zufälligen Ereignissen, entsprechend essenziell ist die RNG-Mechanik. Dabei spielt es keine Rolle, um welche Art des Glücksspiels es sich handelt. Kartenspiele, Tischspiele oder zum Beispiel dieses Novoline-Spiel funktionieren nur dank der Zufallszahlengeneratoren.

Auch das immer relevanter werdende Online-Glücksspiel lebt vom RNG-System. So werden etwa die Spin-Ergebnisse eines Video-Slots von einem Computer ermittelt, der ganz automatisiert mit dem Zufallsfaktor arbeitet.

 

Zufallszahlengeneratoren in Videospielen

In Videospielen ist die RNG-System zwar nicht flächendeckend, dafür jedoch breitgefächert vertreten. Sehr viele Spiele setzen ganz oder zumindest in Teilen auf die Mechanik. Diese wird oftmals verwendet, um prozedural bei jeder Eingabeaufforderung neue Sequenzen hinzufügen. Ein passendes Beispiel ist Minecraft. Das Sandbox-Game von Mojang generiert gigantische Spielwelten im Bauklotzlook, die (bei Bedarf) durch RNG komplett zufällig erstellt werden.

In Action-Strategiespielen werden Zufallszahlengeneratoren genutzt, um den Erfolg der Spielerbefehle zufällig zu bestimmen. Wird etwa ein Bogenschütze oder ein Soldat dazu aufgefordert, mit seiner Waffe auf eine feindliche Einheit zu schießen, wird per RNG-Mechanik ein zufälliges Ergebnis ermittelt. Dabei kann der Angriff sein Ziel verfehlen, treffen oder gar kritischen Schaden verursachen. Unabhängig vom Ergebnis wird der Spieler dazu ermutigt, weiterzuspielen und gegebenenfalls seine Vorgehensweise anzupassen.

 

RNG-Mechanik – Positiv oder negativ?

Zufallszahlengeneratoren in Videospielen haben sowohl Vor- als auch Nachteile. Es kommt also nicht von ungefähr, dass der Themenkomplex kontroverse Diskussionen auslöst.

In vielen Spielen sind RNG-Mechaniken grundsätzlich positiv zu bewerten. So erhöhen die per Zufall generierten Spielsituationen den Wiederspielwert eines Games und sorgen für eine abwechslungsreiche Spielerfahrung. Ohne Zufallszahlengeneratoren gebe es wohl keine Live-Service-Spiele, die im Endgame einen auf RNG-Mechanik basierenden Loop anbieten. Dabei werden nicht nur Level und Spielabschnitte mit Zahlen prozedural generiert. Auch die Gegenstände und Items, die Gegner im Spiel fallen lassen, obliegen dem RNG-System

Der Zufall ist insbesondere in Casualgames eine tolle Sache, wenn es jedoch um wettbewerbsorientierte Spiele geht, sollten grundsätzliche die Fähigkeiten der Kontrahenten im Vordergrund stehen. Dennoch sind im kompetitiven Bereich der Videospielwelt vermehrt RNG-Mechaniken anzutreffen.

Ein passendes Beispiel ist die Basketballsimulation NBA 2K22. Verteidigte Würfe haben zwar eine geringe Chance im Korb zu landen, aufgrund der eingebauten RNG-Mechanik besteht dennoch die Möglichkeit. Das sorgt bei guter gespielter Defense für einen hohen Frustfaktor und lässt in einigen Situation den Zufallsfaktor über das Ergebnis entscheiden, obwohl die spielerischen Fähigkeiten im Vordergrund stehen sollten.

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